
Das Institut für europäische Integrationsforschung (EIF) ist als einziges Forschungsinstitut Österreichs (und weit darüber hinaus) der politikwissenschaftlichen Grundlagenforschung zur europäischen Integration gewidmet.
Zentraler Forschungsgegenstand ist die Politik der Europäischen Union inklusive der direkten und indirekten Europäisierungseffekte auf nationaler und globaler Ebene. Analysiert werden die Kompetenzbereiche und Regulierungsmuster der EU sowie die damit verbundene Problemlösungsfähigkeit im europäischen Mehrebenensystem. Innerhalb dieses Themenbereiches können drei ineinander greifende Forschungsfelder unterschieden werden:
In allen Aktivitäten fühlt sich das EIF den strengsten wissenschaftlichen Standards verpflichtet. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tragen sowohl im Rahmen der Theoriebildung wie auch in der einschlägigen empirischen Forschung zum Fortschritt der Wissenschaft bei. Dabei wird besonders darauf abgezielt, aufbauend und projektübergreifend Wissen zur europäischen Integration im Allgemeinen sowie zu verschiedenen Politikfeldern der EU im Besonderen zu generieren. Die Teamarbeit im Institut sowie die Kooperationen mit externen, oft internationalen Projektpartnern und die Einbindung in Exzellenznetzwerke der Europaforschung tragen maßgeblich zur erfolgreichen Durchführung von Projekten bei. Auf Grundlage sorgfältig elaborierter Forschungsdesigns werden problemorientiert die jeweils adäquaten wissenschaftlichen Methoden und Forschungspraktiken eingesetzt.
Als disziplinäre Basis stehen dabei Theorien und Konzepte der Politikwissenschaft klar im Zentrum. Je nach thematischem Fokus einzelner Projekte sucht das EIF auch nach produktiver externer Zusammenarbeit auf inter- oder transdisziplinärer Basis und wendet sich dabei vor allem an passende Projektpartner auf internationaler Ebene und in der österreichischen Europaforschung, sowie an die Partnerinstitute im sozialwissenschaftlichen Zentrum der ÖAW.
II. Spezieller Forschungsansatz: EU-Politikfelder als Vergleichseinheiten
Die europäische Integration ist kein einheitliches Phänomen. Als wesentliches Charakteristikum weist sie vielmehr bedeutende Unterschiede zwischen einzelnen Politiken auf. Das gilt selbst für so grundlegende Faktoren wie
Diese und andere politikfeld-spezifische Unterschiede zu berücksichtigen eröffnet die Möglichkeit, durch systematisch vergleichende Gegenüberstellungen von verschiedenen Aktivitätsfeldern der Europäischen Union entscheidend zum besseren Verständnis des europäischen Mehrebenensystems beizutragen. Zentrale Forschungsfragen können so leichter in aufbauenden, variablenorientierten Studien bearbeitet werden, z. B.:
Die differenzierte Betrachtung einzelner EU-Politiken und der anhand von spezifizierten Variablen strukturierte Vergleich sind heute unentbehrliche Instrumente in der Forschung zur europäischen Integration und kommen daher am EIF gezielt zum Einsatz. Langfristig ist es ein besonderes Anliegen, die (ihrerseits meist bereits komparatistisch angelegten) Einzelprojekte auf einer Metaebene wiederum vergleichend aufeinander zu beziehen und aus dieser Analyse Konklusionen mit noch höherem Abstraktionsgrad zu ziehen, um langfristig zur Entwicklung einer Theorie der politischen Gestaltung und der Problemlösungsfähigkeit in Mehrebenensystemen am Beispiel Europas beizutragen.
III. Forschungsfelder
Das EIF plant als weitgehend kohärente Gruppe zu arbeiten sowie projektbezogen in flexiblen Kombinationen zu kooperieren. Thematisch können die Studien dabei lose in drei Bereiche eingeteilt werden, die aber ineinander greifen und daher eine mehrfache Zuordnung von Projekten (gegebenenfalls mit unterschiedlichen Gewichtungen) nicht ausschließen. Zwei Gruppen von EU-Politiken können danach unterschieden werden, ob sie sich primär an die Mitglied- oder aber an Drittstaaten wenden und daher typischer Weise spezifischen Rahmenbedingungen und Dynamiken unterliegen. Zugleich geht es darum, in einem dritten Schwerpunkt neben den diversen politischen Herausforderungen und den auf Unionsebene gewählten konkreten Problemlösungsansätzen auch die praktische Umsetzung und die Folgen dieser Maßnahmen zu analysieren, welche wiederum nach Sektor und gewähltem Politikinstrument variieren werden.
Forschungsfelder:

IV. Besondere Forschungs- und Publikationsstrategien
Auf Ebene der Forschungs- und Publikationsstrategien verfolgt das EIF gezielt die Verbindung von Innovation und Konsolidierung. Die heutige Politikwissenschaft kämpft mit mehreren Herausforderungen: a) Über-Spezialisierung nach quantitativen vs. qualitativen Methoden, Themen und Theorieschulen mit daher abnehmender Relevanz der Ergebnisse; b) Übermäßiges Wachstum von Publikationen bei schrumpfendem Neuigkeitswert; c) Wachsende Hürden bei der Verfügbarkeit von Forschungsergebnissen, v. a. aufgrund der Publikationsökonomie gewinnorientierter Verlage. Daher wird das EIF eine Brückenfunktionen ausüben, für die ein ÖAW-Institut in besonderem Maße geeignet scheint. Ziel sind aussagekräftige Metaebenen-Analysen, die über einzelne Politikfelder und Theorieansätze hinausgehen und den Forschungsstand auf empirischer wie abstrakter Ebene sowohl kondensieren als auch voranbringen. Beispiele dafür sind
Mit solchen gemeinwohlorientierten und konsolidierenden Aktivitäten möchte das EIF längerfristig eine Art Leuchtturm-Funktion für die internationale Europaforschung ausüben.